Der DEB trauert um Xaver Unsinn
Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. trauert um Xaver Unsinn. Der
Nationalspieler und langjährige Bundestrainer der deutschen Eishockey
Nationalmannschaft Xaver Unsinn ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
Xaver Unsinn wurde am 29. November 1929 in Füssen geboren. Dort begann auch
seine aktive Eishockeykarriere. Als Stürmer gewann er zwischen 1946 und 1960 acht Meisterschaften mit dem EV Füssen. Bis 1962 spielte er beim ESV
Kaufbeuren. Xaver Unsinn nahm als Spieler mit der deutschen
Nationalmannschaft an drei Weltmeisterschaften teil. Sein größter Erfolg:
der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 1953 in Basel gegen die Schweiz nach
einem 7:3 Sieg eine turbulente WM, da die Tschechoslowakei vorzeitig
abreisen musste, weil Staatspräsident Klemens Gottwald verstorben war. Als
Spieler zählte Xaver Unsinn darüber hinaus zwei Mal zum Olympiakader. 1952
war er Teil der ersten Nachkriegs-Olympiamannschaft und schoss in Oslo sein
erstes Tor im Nationaltrikot, 1960 belegte das Team Platz 6. 1952 gewann er
mit dem EV Füssen den Spengler Cup.
Seine Trainerkarriere begann Xaver Unsinn noch während seiner aktiven
Karriere. In dieser Doppelfunktion gelang ihm mit dem ESV Kaufbeuren 1961
der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Es folgten mehrere Stationen bei
deutschen Vereinen, darunter der Augsburger EV, Berliner SC, Düsseldorfer
EG, Kölner EC, Preußen Krefeld und EV Rosenheim. Mit Düsseldorf und Berlin
gelangen ihm insgesamt drei deutsche Meisterschaften. Mit dem SC Bern, wo er von 1978-90 Trainer war, gelang ihm 1979 die Meisterschaft. Als
Bundestrainer hatte Xaver Unsinn seinen ersten Auftritt 1964 bei der
Olympiade in Innsbruck, als Teil des Trainerteams mit Markus Egen und
Engelbert Holderied. 1975 hat er als Coach die Nationalmannschaft in die
Erstklassigkeit geführt und dem Team so das Ticket für Olympia 1976 in
Innsbruck gesichert, wo die Mannschaft die Bronzemedaille gewann. Mit einer
Unterbrechung von vier Jahren (zwischen 1977 und 1981) blieb Xaver Unsinn
bis 1990 Trainer der Nationalmannschaft. Aus gesundheitlichen Gründen gab er sein Amt an Erich Kühnhackl ab.
Mit 107 Spielen an der Bande war Xaver Unsinn hinter dem früheren russischen Nationalcoach Viktor Tichonow der Trainer mit den meisten Spielen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Zwischen 1975 und 1990 blieb die Nationalmannschaft ganze 15 Jahre in der höchsten Leistungsklasse des internationalen Bereichs. Seit 1998 hat er einen festen Platz in der Hall of Fame. Dort wird auch die Xaver Unsinn Trophy verliehen, die erst im November vergangenen Jahres an den ehemaligen Bundestrainer Uwe Krupp vergeben wurde. Zudem wurde Xaver Unsinn in die Hall of Fame des Internationalen Eishockey-Verbands (IIHF) aufgenommen. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus zeichnete ihn 2003 in der Kategorie Sportliches Lebenswerk aus.
Das deutsche Eishockey verliert mit Xaver Unsinn einen hervorragenden
Spieler, einen herausragenden und verdienten Trainer, der wie kaum ein
anderer den Sport kannte, lebte und liebte. Mr. Eishockei wird dem
deutschen Eishockey und dem Deutschen Eishockey-Bund e.V. insgesamt sehr
fehlen.



